16.09.2009
16.09.2009
14.09.2009
Noch einmal eine grosse Etappe (36km + Umwege) um das erste grosse Etappenziel zu
erreichen.
Heute morgen bin ich zwei mal verschiedenen Gruppen von Jaegern begegnet, die
Schuesse waren aus naechster Naehe zu hoeren. Das macht mir zwar keine
Angst, aber es kommen die schlimmsten Erinnerungen wieder hoch.
Die Beine sind nach 4 Wochen taeglichem Gehen inzwischen sehr
muede. Die letzten Tage bin ich meist 6 - 7h ununterbrochen auf den Beinen
bevor ich mich fuer eine Pause zum ersten Mal hinsetze. Wuerde ich mich vorher
bereits oefter setzen, fiele es jedesmal schwer wieder in Gang zu kommen. Nach der Mittagspause sind es dann noch 2 - 3h bis zum Ziel. Selbstverstaendlich halte
ich immer wieder an einer Kirche, zum trinken oder fotografieren. Seit Konstanz
gab es tagsueber und auch abends recht wenige Begegnungen mit Pilgern. Dies
aendert sich in Le Puy schlagartig. Hier treffen zum einen zwei Wege zusammen
und zum anderen starten hier viele Pilger ihren Weg. Jeden Tag werden unterhalb der
Kathedrale die Neuankoemmlinge mit einem Glaeschen Wein begruesst und lernen
sich so auch kennen. Dies wird von einem Verein organisiert der auf Spendenbasis
arbeitet. Ein paar Haeuser weiter unterhaelt dieser Verein eine Herberge ebenfalls
auf Spendenbasis. Dort komme ich mit Adrian und Harald in einem
Sammelschlafraum unter. Natuerlich ist in solch einem Raum immer mindestens
eine Schnarchnase anwesend und unterhaelt die anderen.
14.09.2009
Nach einem dreistimmigen Schnarchkonzert etwas geraedert, um 6:00
aufgestanden, in Kueche der Gite mit vorhandenen Resten einen Kaffee gemacht. Mit Elfi aus Niederbayern und Barbara aus der Schweiz um 7:30 gestartet. Elfi ist 5-fache Mutter und 1-fache Oma, Barbara duerfte im Rentenalter sein. Beide Damen sind sehr fit, geistig und koerperlich, wir unterhalten uns prima. Bis 12:00 Uhr gehen wir gemeinsam, dann machen die beiden Pause, ich gehe weiter. Zuvor "rette" ich mit Barbara noch ein Kalb welches ausserhalb der Weide auf einem Weg zusammengekauert liegt. Wir hieven es hoch und bugsieren es unter dem Elektrozaun durch wieder zurueck auf die Weide. Waehrenddessen hat sich die Mutter des Kalbs direkt zu uns bis an den Zaun begeben und starrt uns ohne Regung an, der Rest der Herde hat sich in 20 - 30 Meter Entfernung postiert und starrt uns ebenfalls an. Selbst als das Kalb wieder auf der Weide ist, werden wir von allen angestarrt bis wir weitergezogen sind.
Abends wieder mit Adrian in der selben Gite, wir kochen Nudeln mit Tomatensosse und Zwiebeln, dazu gibt es mal wieder Rotwein. Anschliessend sitzen wir mit einem Schweizer Ehepaar vor dem Kaminfeuer und unterhalten uns.
11.09.2009
Heute ist wieder ein richtiger Obsttag mit allem was die Natur unterwegs zu bieten hat: Feigen (herrlich), Aepfel, Trauben. Mir brennt schon die Zunge vor lauter Fruchtsaeure. Unterkunft in einer typischen Pilgerherberge, etwas herunter gekommenes Haus. Der Schlafraum mit drei Stockbetten, sehr schoen. Die Kueche mit den Resten der letzten Jahre die die Pilger dort zurueck gelassen haben. Kleine Tiere breiten sich in vereinzelten Ecken und in Essensresten aus. Kabel haengen aus der Wand, schwarze Flecken breiten sich aus. Jedes Geschirr das benuetzt wird muss vorher und nachher abgewaschen werden. Wir sind wieder 3 x maennlich und haben Nudeln, Tomatenosse, Zwiebel, Melone und Wein eingekauft. Es schmeckt hervorragend.
09.09.2009
Heute von 8:30 - 19:00 gegangen (lange Mittagspause). Kurz vor Mittag haben wir einen Lidl gefunden und viel zu viel eingekauft. Heute gibt es zum Mittagessen Baguette Kaese, Wurst, Tomaten, Bananen und zwei kleine Dosen Bier, einfach herrlich. Danijar hat sich nachmittags verabschiedet, er geht eine Alternativroute ueber die Ardeche. Mach's gut, Junge, wir sehen uns bestimmt mal auf einem Festival.
Am Abend haben wir eine wunderschoene Gite d'Etappe gefunden, das sind einfache Pilgerherbergen. Die freundlichen Besitzer sind gerade noch am Bauen und kurz vor der Fertigstellung. Wir bekommen eine Uebernachtung mit Kaffee am Morgen fuer 10,- Euro, sogar noch mit B
adewanne. Welch ein Luxus. Heute sind wir alle ziemlich geschafft, die lange Strecke, ich habe viel zu viel Lebensmittel herumgeschleppt und wir freuen uns auf die bequemen Betten.
Kann leider momentan keine Bilder hochladen, werde es bald moeglichst nachholen. Die franzoesische Tastatur hat im Vergleich zur deutschen jede Menge Buchstaben vertauscht, das Schreiben ist etwas muehsam.
08.09.2009
Morgens wieder alleine losgezogen, nach ca. 1,5h Danijar zum wiederholten Mal getroffen. Er ist 17 Jahre alt und alleine mit seinem 20 KG Rucksack unterwegs. Wir haben bereits gestern festgestellt, dass wir ziemlich aehnliche Musik hoeren. Er ist Mittelalterfan und entsprechend unterwegs. Wir gehen gemeinsam weiter und unterhalten uns prima ueber Musikfestivals und alles Moegliche. Zu Mittag finden wir mit etwas Glueck eine Baeckerei und kaufen das Gute vom Vortag. Danijar zaubert aus seinem Rucksack einen Spirituskocher, Kaffeepulver und Zucker, perfekt. Gerne wuerden wir spaeter unterwegs noch ein Bier trinken, aber Montags sind in Frankreich fast alle Laeden zu und wir finden nichts. Am Etappenziel treffen wir wieder auf Rudolf und Adrian. Wir finden eine private Unterkunft bei einem sehr netten Paar mit grossem Garten und Hund. Rudolf hat ein grosses Herz und laedt Danijar fuer eine Nacht ein. Wir bekommen noch ein Bier und ein Glas Wein.
06.09.2009
Von 250m auf 880m und wieder runter auf 250m. Gigantische Aussichten aufs Rhonetal, steile Aufstiege auf felsigen Naturpfaden, herrlich.
Wir gehen meist getrennt, hoere jeden Tag viel Musik, muss viel nachdenken, bin jedoch noch nicht entscheidend weiter gekommen. So wie es jeden Tag ein Highlight gibt, bietet jeder Tag auch traurige und nachdenkliche Zeiten, aber das ist gut so.
Beim Mittagessen die Weinreste von gestern vernichtet. Wieder auf Campingplatz gelandet, komfortable Huette fuer 15,- je Person. Der Platz wird von Hollaendern betrieben, bisher alle Plaetze sehr einfach (2 Sterne), voll OK.
Ein junger Schweizer ist ebenfalls auf dem Weg, wir haben uns kurz unterhalten. Es hat sich herausgestellt, dass er Fan von Schandmaul, Sabaton, Korpiklaani, In Extremo und weiteren guten Bands ist. Er traegt gigantische 20 Kilogramm mit sich, hat vom Zelt bis zum Kocher alles dabei und uebernachtet nur in der freien Natur ohne Campingplatz.
06.09.2009
Der kroenende Abschluss erfolgt auf dem Campingplatz in Yenne. Wir bekommen zu dritt eine Yurte fuer zusammen 35,- Euro. Der Betreiber des Campingplatzes ist wieder ein sehr netter Mensch. Katrin spricht franzoesisch und wir unterhalten uns vorzueglich mit ihm, er zieht aus dem Kuehlschrank eine Flasche selbst erzeugten Wein und schon wieder ist eine kleine gemuetliche Runde beisammen. Abends sitzen wir gemuetlich in der Jurte beieinander und feiern den Abschluss der Woche mit Wein, Kaese, Brot, Tomaten und Keksen.
Tagsueber haben wir uns bereits in der Natur der Savoyen bedient und Trauben und Aepfel gegessen.